CDU Ortsverband Karlsruhe - Wettersbach

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16.10.2014: Sterben in Würde. Gemeinsames Podium der CDU/ SPD/ FDP

Sterben in Würde – die Sterbehilfedebatte und der Hospizgedanke

 

Am Donnerstag, den 16. Oktober 2014 hatten die Ortverbände bzw. –vereine von CDU, SPD und FDP alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zu einer überparteilichen Podiumsdiskussion zum Thema „Sterben in Würde – die Sterbehilfedebatte und der Hospizgedanke“ eingeladen. Durch die aktuellen Beratungen des deutschen Bundestages zu einer Neufassung der Gesetzgebung zum Thema Sterbehilfe hat dieses Thema in den letzten Wochen große Beachtung in Medien und Öffentlichkeit gefunden. Vor diesem Hintergrund wurde die gemeinsame Veranstaltung organisiert, um sowohl zu informieren, zu diskutieren, aber auch um am laufenden Prozess der politischen Willensbildung mitzuwirken.

Auf dem Podium saß Helma Hofmeister-Jakubeit vom Hospiz „Arista“ in Ettlingen. In beeindruckender Weiße schilderte sie den Alltag eines Hospizes, in dem Menschen den letzten Abschnitts ihres Lebens als Gast verbringen dürfen. Neben ihr Platz genommen hatte Thomas Heckel, der als Psychologe die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben vertrat. Schon in seinem Eröffnungsstatement machte er deutlich, dass sich seine Gesellschaft für die Möglichkeit eines ärztlich unterstützen Suizids einsetzt. Als Ansprechpartner für medizinisches Fragen konnte Moderator Horst Weiland den ortansässigen Allgemeinmediziner Otmar John begrüßen.

Nach einer kurzen Einführung hatten beide Gäste Gelegenheit, in einem kurzen Vortrag über ihre Erfahrungen und über ihre Einschätzung zur aktuellen politischen Debatte zu berichten. Schon hier wurde den ca. 70 Zuhörern klar, dass sich die Debatte um eine gesetzliche Neuregelung vielfach um Details dreht, die aber weitreichende Auswirkungen haben können. In respektvoller und sachlicher Atmosphäre diskutierten alle Anwesenden knapp zwei Stunden über schwierigste Fragen. Was bedeutet ein Suizid für die Angehörigen? Wie kann verhindert werden, dass aus der Sterbehilfe ein Geschäft wird, für das am Ende sogar geworben wird? Wie können die Ärzte aus der aktuellen rechtlichen Grauzone befreit werden? Welche Rolle spielt der christliche Glauben in der Debatte? Wie gehen wir mit Menschen um, die zu einem Suizid auf Grund ihres Zustandes gar nicht mehr in der Lage sind? Schafft die Möglichkeit eines assistierten Suizids neue Lebensqualität durch zurückgewonnene Autonomie oder setzt sie schwerkranke Menschen zusätzlich unter Druck?

Anhand von bewegenden Beispielen aus dem näheren Umfeld einiger Zuhörer, aber auch entlang von Berichten aus den Niederlanden, aus Belgien oder aus den USA machten sich die Besucher gemeinsam mit dem Podium intensive Gedanken über Chancen und Risiken der geplanten Neuregelung. Eine zentrale Rolle in den Fragen der Bürgerinnen und Bürger nahm auch immer wieder die Patientenverfügung ein, welche als Instrument zum Ausdruck des eigenen Willens in einer Situation, in der dies nicht mehr möglich ist, genutzt werden kann. Ganz praktische Tipps zum Abfassen und zur Handhabung eines solchen Dokuments konnten unsere Gäste den Teilnehmern auf Grund ihrer langjährigen Erfahrung mit auf den Weg geben.

Sicher etwas nachdenklich, aber auch besser informiert und mit mehr Verständnis für bisher noch nicht bedachte Argumente, machten sich zahlreiche Wettersbacherinnen und Wettersbacher auf den Heimweg. Der große Zuspruch hat gezeigt, dass es richtig ist, solch sensible Themen mit Fachleuten über die Parteigrenzen hinweg zu besprechen. CDU, SPD und FDP bedanken sich bei den anwesenden Experten sowie bei den Besuchern für die lebhafte und stets respektvolle Diskussion.

 gemeinsames Podium

zu Gast waren auch der Ortsvorsteher von Wettersbach Rainer Frank, die Stadträte Tilman Pfannkuch und Marianne Mußgnug sowie zahlreiche Ortschaftsräte

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